Gedichte


Osterhase Karl

Karl, der Hase, kommt gehoppelt

vor lauter Stress sieht er schon doppelt

langsam wird der Gute alt

dabei ist's draußen bitter kalt

 

die Füße sind schon fast erfroren

rot und steif steh'n seine Ohren

die Nase tropft wie'n oller Kran

den man nicht richtig zudreh'n kann

 

Ei für Ei und Nest für Nest

zurrt er in den Gärten fest

Karl tut jährlich seine Pflicht

denn in Rente kann er nicht

 

Kindern, die noch an ihn glauben

will er nicht den Glauben rauben

Kälte, Frost, Stress – ganz egal

er ist und bleibt der Osterhase

 

KARL

 

Copyright: Christel Wismans 2015

 

 

 

 

 

 


Dunkelheit

Dunkelheit

 

Sonnenuntergang
schwarz wird die Welt
der Blitz schlägt ein
mitten ins Leben
hackt entzwei das bisschen Sein

Dunkelheit

 

weicht der Dämmerung
Sein ist Schein
Dämmerung geht über in
schleichende Dunkelheit
Angst wabert
durch schwarzen Nebel

Dunkelheit

Ende wird zum Anfang
im Dämmerlicht
Gedanken im Jenseits
Körper hier
zerrissen, entzwei gerissen,
Dunkelheit ohne Hoffnung
Anfang ohne Ende
Angst

Aus?

 

copyright:  Christel Wismans


Bewusst leben

für meine Tochter  -  Weihnachten 1986  

Bewußt leben
aus dem Bauch heraus
Träume verwirklichen
durch beharrliches Glauben
an das Gute und Schöne
bereit sein
anpacken, geben
erleben und hoffen
sich nicht scheuen
immer geradeaus schauen
sich auch mal fallen lassen
in der Hoffnung
aufgefangen zu werden
sich stoßen und verletzen
brennen, bluten
Beulen holen
und wieder aufrappeln
Amok laufen
kämpfen
weinen und lachen
niemals aufgeben
die Sterne vom Himmel holen
der weite Weg
zum erfüllten Menschsein
Leben  

 

Copyright: Christel Wismans


Unsichtbare Fäden

Ein Fremder sieht mich an
seine Augen berühren meine Seele
mein Herz erwacht
und sagt
da bist du endlich

Wie von unsichtbaren Fäden
gezogen
fühl ich mich einer Marionette gleich
Schmetterlinge im Bauch
Wärme auch
Zärtlichkeit pur
unfassbares Staunen
was geschieht da nur?

Sonne brennt auf meiner Haut
der Wind zaust mein Haar
vom Sand paniert
in Gedanken
nur bei dir

Doch du
wendest dich ab
drehst dich
wie der Wind überm Meer
hast Angst
anzunehmen
Angst
deine oder meine Welt zu zerstören
Angst.

Dabei habe ich dir soviel zu geben
lass mich an dich heran
lass mich einfach
geben
lass mich dich
wärmen
weißt du denn nicht
dass meine Liebe
einfach geben will
ohne
zu nehmen?

 

Copyright: Christel Wismans


Die letzte Nacht

 

Die letzte Nacht

 

Das Brautkleid leuchtet

Unschuldig weiß

in der Dunkelheit

Morgen muss sie es anziehen

Seine Last tragen

 

Morgen

Morgen ist der Tag

Der schönste ihres Lebens

Morgen ist der Tag

Den sie fürchtet

Morgen ist

Der Tag ihrer Hochzeit

 

Ein Mann

Der Mann

Der dann IHR Mann ist

Der sie lieben darf

Teil wird von ihr

Sie verschluckt, erstickt

Liebend

Ahnungslos

 

Spät

Zu spät

Sie kann ihm nicht wehtun

Doch diese Augen

Die anderen

Halten sie gefangen

Im Wachen und Träumen

 

Brennende Fesseln

Aus schwarzem Blick

Lockend und spöttisch zugleich

Wissend, sicher

Macht, süße Qual

Nach dieser einen

Nacht

 

Eine Nacht

Ein ganzes Leben

Zu wenig

zu viel

 

Copyright: Christel Wismans

Copyright: Christel Wismans


Die Zeit

 

Die Zeit an sich ist neutral
aber sie hat tausend Facetten
für jeden ist sie anders
sie ist

 

die Zeit ist kostbar
unbezahlbar
begrenzt
leer, langweilig, tickend, prickelnd, rasend schnell
prall gefüllt, heilend, erdrückend

kostbar

Bei der Geburt kriegen wir

ein geschnürtes Bündel mit:
alles ist ansatzweise vorhanden
vorbereitet sozusagen
aber ohne Gebrauchsanweisung
nichts Konkretes
unsere Fantasie ist gefragt
wir sollen ja auch lernen...

Als Kind dehnt sich die Zeit

unendlich vor uns aus
wir haben Zeit ohne Ende
alles geht  zu langsam
wir wollen aktive Zeit
rennen, rasen, spielen, lernen, toben,
lachen, weinen, der Größte sein

dann :


die Welt verbessern, aufbegehren, anecken, gegen den Strom schwimmen,

unangepasst sein, Neues erfinden
Sein
neu sein

individuell sein
die Zeit benutzen für die eigenen Ziele

Noch immer ist Zeit da
in Hülle und Fülle
läßt mit sich spielen
sich nutzen
biegen und austricksen

scheinbar

Irgendwann ist Schluss


Die Zeit macht sich rar
ersetzt  ihre alten Freunde

durch Hektik und Stress
zieht sich zurück zu den Kleinen und Alten
dorthin, wo sie sein kann 

geschätzt wird

Zeit genug?
Wer hat schon Zeit?
Zeit? Zeit? Zeit?

Hektik ist angesagt
keine Zeit

in das Paket des Lebens zu sehen
will auch keiner
ist viel drin
nicht nur Liebe und Glück
Schwierigkeiten, Krankheit, Arbeitslosigkeit,

Armut, Sterben, seelisches Verhungern
die Palette ist groß...

aber-


das betrifft nicht dich
du hast keine Zeit dafür
noch nicht
du hast Zeit ohne Ende
gute Zeit
reiche Zeit
zufriedene Zeit
Zeit zu deiner Verfügung
Zeit, die du befiehlst

Hast du?

Wirklich?

Plötzlich, mitten in einem Gedanken, einem Vorgang
ganz profan, holt die Zeit dich ein

Einfach so

Plötzlich kommt der Blitz
er schlägt ein
direkt bei dir
ohne Vorwarnung

Einfach so

Plötzlich wird es eng
mit der Zeit

der unbegrenzten

biegsamen

Plötzlich musst du selektieren
was  wirklich noch wichtig ist

jetzt
wo es eng wird mit der Zeit
was zählt noch

Wie lange dauern jetzt noch die Stunden
die kostbaren
Warum merkt denn keiner was
die Zeit rennt, rast, stürzt sich kopfüber ins Nichts
weg von dir
du rennst hinterher
versuchst sie zu halten
niemand sieht
was du siehst
warum sieht denn keiner was
Warum vergeuden sie ihre Zeit weiterhin
mit Nichtigkeiten
Streit
Unzufriedenheit
Leichtsinn
Dummheit
Leere...
Warum erkennt denn keiner die Qualität der Zeit
die dir gerade durch die Finger rinnt

Wir müssen lernen, mit der Zeit zu leben
sie zu schätzen, zu nutzen
zu planen
Zeit ist wichtig
kostbar
unwiederbringlich

Zeit ist das zwischen Geburt und Tod
was wir Leben nennen

Zeit zum Leben.

Copyright: Christel Wismans


Nachtgedanken

 

Schläfrig schon und doch noch wach
wirbeln die Gedanken ein letztes Mal
überaus klar und bewusst
bevor sie sich
schlafen legen.

Ich geh jetzt träumen
von Mandelbäumen
unter zärtlicher Sonne
warm auf der Haut
altvertraut
ich werde mit Wonne
schlafen
fragen, verstehen
eintauchen und gehen
in fremde Räume
in meinen Träumen.

Brennende Sonne, gleißend hell
Hand in Hand
über brennenden Sand
tosendes Meer und schwarzer Wind
die Dünen, wo wir alleine sind
schnell, weiter,
ganz schnell.

Langsam küsst der Abend die Nacht
Dämm'rung kriecht in die Ecken
die Möwen kreischen ein letztes Mal
als wollten sie Tote erwecken
du küsst mich
ganz langsam

mit Bedacht.

Ein schönes Bild voller Wärme und Glut
es könnte sein
war's mal? war's gut?
wie auch immer
vorbei, es war schön
Zeit jetzt

 

endlich schlafen zu gehn.

 

Copyright: Christel Wismans


Licht und Schatten

                                          

Weihnachtsabend 

Lichterglanz 

reich behängte Tannen 

Gesang und Jubel 

überall 

Kinder glücklich lachen 

wohlig warm 

schwebt köstlich Duft 

von Weihnachtsleckereien 
Glocken läuten 

tönen laut 

papiernes Knistern raschelt 

schwarzsamtener Himmel 

sternenklar 

knirschend weicher Schnee 

Halleluja 
die Weihnacht ist weiß 

wie könnt’s uns besser gehen? 

                                                  Einkaufswagen 

                                                  voll Hab und Gut 

                                                  Konserven, dünne Matte 

                                                  gelenkt von 

                                                  Händen

                                                  frostigrot 

                                                  ohne Richtung klappert 

                                                  schleppender Schritt 

                                                  irgendwohin 

                                                  ziellos 

                                                  ohne Sinn 

                                                  einfach dahin 
                                
wo es warm sein könnte 

                                                  wo er 

                                                  vielleicht 

                                                  Nähe findet 

                                                  warme Nähe 

                                                  wo er wahrgenommen wird 

                                                  vielleicht 

                                                  wo er 

                                                  nicht weggeschickt wird 

                                                  vielleicht -

                                                  doch

                                                  Wärme ist nirgends 
                                 fü
r einen wie ihn 

                                                  ganz gleich

                                                  wie sein Weg ihn auch führt 

                                                  jeder schaut weg 

                                                  wenn 

                                                  – versehentlich nur- 

                                                  sein armseliger Blick ihn berührt 

                                                  Herzen, Blicke, Türen 

                                                  geschlossen

                                                  zu und dicht 

                                                          

                                                  geschlossen wegen Weihnachten,

                                                  dem Fest der Liebe


...und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, hüllte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil nicht Platz war für sie in der Herberge.....

Copyright: Christel Wismans


Einfach nur Liebe

 

Abschied

 

Glaube nicht
Meine Liebe zu dir sei nicht echt
Nur weil mein Herz
Rein theoretisch
Ausgebucht ist
Mein Herz ist wie ein Brunnen
Unendlich
Ohne Maß
Und ohne Ende
Ich habe soviel Liebe zu geben
Auch dir
Mein Freund
Hab doch Vertrauen.

..............

Ich liebe dich
Und wenn der Schmerz
Dich nicht lieben zu dürfen
Nachlässt
Bewahre ich dich
Jenseits vom Alltag
In meinem Herzen
Wie eine Sonne
Die ab und zu
Durch die Wolken dringt
Und mich wärmt

                       

Copyright: Christel Wismans


Sonnenseiten - Schattenseiten

Sonnenseiten

 

Strahlend blauer Himmel

wölbt sich verschwenderisch

über türkisfarbenem Wasser

braune Schönheiten

kaum verhüllt

von einem Nichts

aus Edel-Design

Himmel und Wasser

blau an blau

grenzenlos, Anfang und Ende

warmer Sand

Öl auf der Haut

Palmen im Wind

in der Luft der Duft von Geld

Steelbands schmeicheln

exotisch bunt

Visa trägt Kringel von Rum

sorgloses Lachen
bringt golden und schwer

die leichte Luft

zum Ersticken

Sie lieben den Reichtum, die Sonne, das Licht -

doch die im Dunkeln

die sehen sie nicht...

 

       Schattenseiten

 

Der trübe Morgen geht unbemerkt über
in einen trostlosen Mittag
wolkenverhangen dräut der Himmel
Wind poltert mit Geschepper
in eine leere Konservendose
fegt sie vor sich hin

es dämmert früh, früher als sonst
vereinzelt flammt Licht
matt und kraftlos
zwischen den Schatten der Häuser
taucht die trostlose Nacht
in graue Konturen

eine Katze streicht leise klagend um
achtlos weggeworfenen Müll
eine Stimme schrillt im Hinterhof
verliert sich in finsteren Ecken
Hunde fallen heiser mit ein
Konzert der Verlierer

hier sind sie zuhause
die, die im Schatten leben
dann kommen sie heraus
die, die im Schatten leben
unbemerkt
selber nichts
als dunkle Schatten

Copyright: Christel Wismans


Maienzeit-Maienleid

 

Ach, wie herrlich, Frühlingszeit,

Wonne, Sonne, weit und breit

überall nur helle Lichter

strahlend breit auf den Gesichtern -

 

Schnecken fressen Garten kahl

täglich neu und ohne Zahl

fett und nackt oder mit Haus

schlimmer noch als wühlend Maus

Maul, der Wurf, der glücklich baggert

täglich neu, wo wir geackert

Tauben klatschen fliegend Scheiße

gegen Wände, ehmals weiße

Viecherplage weit und breit

ach, du schöne Maienzeit -

 

 

Nachbar ruht auf seiner Haut

sich nicht mehr nach draußen traut

ob ihm selber davor graut

sich in diesen grünen Wirren

namens Garten zu verirren?

Oder vielleicht gar zu fallen

ins Wasserloch mit hundert prallen

Fröschen, die dort quakend treiben -

man kann doch besser drinnen bleiben...

und den Frühling still genießen

soll's draußen lärmen, wachsen, sprießen

schließlich ist doch Maienzeit

Sonne, Wonne weit und breit........

Copyright: Christel Wismans


Liebe oder so

blue eyes

Im Schutze der Nacht
geliebt und gelacht
Träume von morgen
glücklich geborgen
Ketten aus Haut
Luftschloss gebaut
Zusammenleben
Zusammensein
berauschender Traum
vom Glücklichsein

Im Schutze der Nacht
die Liebe wacht
Seit an Seit

mit der Not
Herz an Herz
Sein in Sein
bis zum frühen

Morgenrot

Ein letztes Mal
halt mich ganz fest
ich weiß
du musst jetzt gehn
geh fort
und lass mich einfach hier
du sollst meine Tränen nicht sehn

Ein Kuss
ein Blick voller Zärtlichkeit
die Zeit tickt laut im Raum
du stehst an der Tür
schaust mich an
Hoffnung oder Traum?

Dann fällt die Türe leise zu
mein Schrei prallt lautlos ab
bitte! komm zurück zu mir


"Don’t make my brown eyes blue..."

Copyright: Christel Wismans


Irrweg oder Liebe

Hin und her gerissen
Tränen und Glück
Einsam in sich selber
Wissen
Ahnen und Zweifeln
Hoffen und Bangen
Der Duft
der Rose
weckt Erinnerung
schmerzt
tief drinnen
wie von Dornen geritzt

schlaflose Nächte
blasser Mond
am schweigenden Firmament
funkelnde Sterne
Diamanten millionenfach
im ewigen Eis
locken, versprechen,
verbrennen kalt
eiskalt lächelnd
deine Seele

Der Morgen ist Hoffnung
neues Leben
Sonne wärmt
bis ins Herz
Mut wächst neu
aus den Ängsten der Nacht
erstarrte Kälte
bricht
aus dem Panzer
heraus
ins Licht
der Hoffnung entgegen

Liebe braucht
Licht
Wärme
Freiheit,
um zu leben

Liebe ist

Angekommen sein

 

Copyright: Christel Wismans


Gestohlene Momente

 

Momente, die hierhin und dahin führen können

Gestohlene Momente
kostbar und flüchtig wie Sternschnuppen
du willst sie erhalten
und bewahren
einsperren für immer
wenn du Glück hast
bleibt ein Hauch von Sternenstaub
zurück

 

Geh behutsam damit um.

Gestohlene Momente
sind ein Geschenk
unverhofft und unerwartet
nimm sie an

so wie sie sind
zerschlag kein Porzellan
auch wenn es heißt
Scherben bringen Glück.

 

Geh behutsam damit um.

Copyright: Christel Wismans

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letzter November Sonnenstrahl

Ein fahler, kleiner Sonnenstrahl brach durch die Wolken
und schob sich geschwind
durch die regenblinden Flecken
auf dem Fenster.

Er landete auf dem Glastisch,
drehte eine Pirouette, lachte und sagte:
Kommt raus, lasst uns draußen noch einmal spielen.
Wir folgten ihm und ließen uns umarmen
von der unverhofften Wärme.


Übermütig tanzte er vor uns her,
ein kleiner, goldener Kobold,
sprang hierhin und dorthin,
flirrte in Bäume und kitzelte die Blätter,
bis sie wie ein leuchtendbunter Teppich

sanft zu Boden schwebten.
Und immer wieder drehte er sich um:
Kommt schneller, ich will aufs freie Land...

Er sauste vorbei an dem Schwerlastverkehr,
an rußenden Essen und lärmendem Mehr.
Er wollte doch so gerne spielen

und wusste nicht wo.

Wir nahmen ihn in unsere Obhut
und zeigten ihm den Weg.
Dort hinten,

im Windschatten der Industrie,
dort, wo es etwas leiser ist,
dort, wo es nicht so nach Abgasen stinkt,
dort, wo die Hundertschaft Möwen pickt,
dort, wo die Krähen lauthals

die sorgsam gepflügten Felder plündern,
dort, wo sich noch Hase und Igel

ihr ewig ungleiches Wettrennen liefern,

dort kann ein Sonnenkind noch spielen.

Es kann tanzen und flimmern,
Illusionen malen, wärmen und lachen,
gaukeln und spielen.

Der kleine, goldene Sonnenstrahl tobte über die Felder
und grünen Wiesen voll hungriger Vögel,
immer mit einem besorgten Blick auf den Horizont.

Dann schmiegte er sich noch einmal ganz flüchtig an uns,
liebkoste uns mit seiner Wärme und sagte,
für mich wird es Zeit,

wir geh'n früh zur Ruh,
geht ihr jetzt auch heim,

es dunkelt im Nu.


Kurz vor dem endlosen, dunklen Winter
kam er noch einmal zu uns
zwischen dicken, schwarzen Wolken im Westen,
und drohendem Wind.
Frost und Eis standen schon bereit.

Aber in diese kleine Schneise
schickte Mutter Sonne ihre Kinder noch einmal auf die Welt,
um uns zu sagen,
wir sind immer da.
Auch, wenn ihr uns nicht mehr seht.

Ein Versprechen, wiederzukommen.
Uns zu wärmen.
Und Leben zu schenken.

Copyright: Christel Wismans

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Kommentare: 1
  • #1

    Christiane Stegen-Rosin (Mittwoch, 10 Januar 2018 15:09)

    Liebe Christel,
    hab wieder einmal" getankt". Vielen Dank für schöne Gedanken und Träume�


Das Schachtelmännchen

...ein uraltes, kleines Kerlchen,

immer da, immer nah...

 

es war einmal ein Gefühl
das tauchte auf wie ein Schachtelmännchen
machte sich breit in mir
und sagte frech:
hier bin ich.
okay, dachte ich,
ich werd schon auf dich aufpassen
und wenn du zu übermütig wirst-
dann- ab, zurück in die Schachtel
wo du hingehörst.
Dachte ich.

 


Aber dieses Gefühl war wirklich ein freches Kerlchen
einfach nicht zu bändigen
heiß wie Fieber
hartnäckig wie eine Sommergrippe
und dazu penetrant aufdringlich.
Ich glaube, ich werde umdenken müssen:
wenn man ein Gefühl zulässt
muss man es auch leben lassen
bis es eines Tages
freiwillig wieder in der Schachtel verschwindet
um irgendwann von neuem wieder aufzutauchen.  

 

Copyright: Christel Wismans


Liebe lernen

 

Du lebst nur einmal 

sagst du
und langst voll zu
und nimmst
und nimmst
willst alles
dabei wunderst du dich
dass deine Hände leer bleiben
und dein Herz kalt.
Hör auf damit
halt ein
und gib
gib einfach
deine Liebe
deine Wärme
dein Gefühl
gib dich, ganz und gar
und du wirst alles bekommen
mehr
als du jemals gesucht hast.  

Copyright: Christel Wismans

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Nie wieder

Nie wieder 

nie wieder, hattest du dir geschworen
lasse ich jemanden an mich heran
doch dann kam er
eigentlich nicht dein Typ
einfach nur ein Mensch
Was heißt "nur"?
Ein Mensch eben
einer, der die winzige offene Türe sieht
und eintritt,

 

als wäre er hier zuhause
zuhause bei dir
einer wie er.  

Copyright: Christel Wismans

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Nachwort zum besseren Verständnis:

Dies hier sind Gedichte, einfach nur Gedichte und keine verkappte Biographie :-) Liebesgedichte gibt es wie Sand am Meer. Mich reizen nur die Fast-Liebesgédichte. Die von der beinahe Liebe erzählen, der weggeworfenen, der hinterher getrauerten, der ersehnten, verbotenen... das sind die reizvolle Themen, alt wie die Welt und doch immer noch brandaktuell